Depot-Check 2026 · Deutschland

Online-Broker finden: Kostenloses Depot ohne Versteckte

Aktien, ETFs und Anleihen handelst du heute bequem per App. Wir zeigen dir, welcher Online Broker wirklich fair abrechnet – und wo hinter dem Versprechen „0 Euro“ doch Gebühren warten.

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Die 5 besten Online Broker im Vergleich

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Was ein guter Online Broker heute leisten muss

Wer heute Aktien, ETFs oder Anleihen kaufen möchte, braucht keine Filiale mehr. Ein Online Broker ermöglicht dir den Handel per App oder Browser, meist zu einem Bruchteil der Gebühren klassischer Hausbanken. Die Auswahl ist allerdings groß, und viele Anbieter werben mit einem „kostenlosen Depot“. Ob das stimmt, zeigt sich erst im Preisverzeichnis. In diesem Ratgeber erfährst du, woran du einen fairen Anbieter erkennst, wo versteckte Kosten lauern und wie du Schritt für Schritt das Depot findest, das wirklich zu deiner Anlagestrategie passt.

Bevor es um einzelne Anbieter geht, lohnt sich ein Blick auf die Grundfunktionen. Ein Depot ist zunächst nur ein Verwahrkonto für Wertpapiere. Der Broker ist der Vermittler, der deine Kauf- und Verkaufsaufträge an einen Handelsplatz weiterleitet. Daraus ergeben sich drei zentrale Fragen, die du dir bei jedem Anbieter stellen solltest:

  • Was kostet die Verwahrung? Seriöse Anbieter verlangen heute in der Regel keine Depotgebühr mehr – zumindest nicht unter bestimmten Bedingungen.
  • Was kostet eine Order? Hier unterscheiden sich die Modelle stark: von null Euro über eine kleine Fremdkostenpauschale bis zu prozentualen Gebühren mit Mindestbetrag.
  • Welche Handelsmöglichkeiten habe ich? Zugang zu Börsen wie Xetra, außerbörslichen Plätzen wie gettex, Sparpläne, Anleihen, Fonds, Krypto oder Derivate.

Hinzu kommen weiche Faktoren, die im Alltag oft wichtiger sind als ein paar Cent Gebühr: eine übersichtliche App, zuverlässiger Kundenservice, eine saubere Steuerabwicklung und eine solide Einlagensicherung. Gerade für Anlegerinnen und Anleger, die langfristig investieren möchten, zählt nicht der günstigste Einzeltrade, sondern die Summe aller Kosten über viele Jahre.

Für wen eignet sich ein Online-Depot?

Grundsätzlich für fast alle, die ihre Anlageentscheidungen selbst treffen wollen. Wer eine persönliche Anlageberatung benötigt, ist bei einer Filialbank oder einem unabhängigen Honorarberater besser aufgehoben. Wer dagegen selbstständig in ETFs spart, gelegentlich Einzelaktien kauft oder aktiv tradet, profitiert deutlich von den niedrigen Kosten. Ein Online Broker gibt dir keine individuellen Empfehlungen – du bist für deine Entscheidungen selbst verantwortlich. Das ist kein Nachteil, solange du weißt, was du tust, und dich vorab informierst.

Kostenloses Depot: Wo die versteckten Kosten wirklich liegen

„0 Euro Depotgebühr“ ist inzwischen Standard und sagt wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Entscheidend ist, wie der Anbieter sein Geld verdient. Denn verschenken kann niemand etwas – die Einnahmen liegen nur an anderer Stelle. Wer diese Stellen kennt, kann gezielt vergleichen.

1. Ordergebühren und Fremdkosten

Viele Neobroker verlangen pro Trade eine pauschale Fremdkostenpauschale von etwa einem Euro. Andere werben mit „0 Euro pro Order“, setzen dafür aber einen Mindestordervolumen voraus – etwa 250 oder 500 Euro. Liegt deine Order darunter, fallen plötzlich einige Euro an. Klassische Direktbanken arbeiten häufig mit einem Grundpreis plus Prozentsatz vom Ordervolumen, etwa 4,90 Euro plus 0,25 Prozent. Bei kleinen Beträgen klingt das harmlos, bei größeren Summen summiert es sich schnell.

2. Börsen- und Handelsplatzentgelte

Zusätzlich zur Brokergebühr können Entgelte der Börse anfallen. Wer über Xetra oder eine Regionalbörse handelt, zahlt oft ein paar Euro extra. Viele günstige Anbieter leiten Orders deshalb standardmäßig an außerbörsliche Handelsplätze wie gettex, Tradegate oder LS Exchange weiter, wo keine oder nur geringe Entgelte entstehen. Das ist nicht automatisch schlecht, aber du solltest wissen, wohin deine Order geht.

3. Der Spread – die unsichtbare Gebühr

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er taucht in keinem Preisverzeichnis als Gebühr auf, kostet dich aber bei jedem Trade Geld. Bei liquiden Standardwerten wie DAX-Aktien oder großen ETFs ist er meist sehr klein. Bei Nebenwerten, exotischen ETFs oder außerhalb der Hauptbörsenzeiten kann er deutlich größer ausfallen. Einige Broker verdienen zudem über Rückvergütungen der Handelsplätze („Payment for Order Flow“) – ein Modell, das in der EU ab 2026 schrittweise verboten wird und viele Anbieter zu neuen Preismodellen zwingt.

4. Sparplan- und Ausführungsgebühren

ETF-Sparpläne sind bei den meisten Anbietern inzwischen kostenlos. Doch Vorsicht: Manche Broker verlangen Gebühren für Aktiensparpläne, für Sparpläne auf bestimmte Fondsgesellschaften oder ab einer gewissen Anzahl an Ausführungen. Achte auch auf die Mindestsparrate – ein Euro, 10 Euro oder 25 Euro machen für Einsteiger einen Unterschied.

5. Weitere Gebühren im Kleingedruckten

  • Fremdwährungsgebühren: Beim Kauf von US-Aktien direkt an der NYSE oder Nasdaq fallen Umrechnungskosten an.
  • Depotübertrag: Das Übertragen von Wertpapieren zu einem anderen Anbieter ist bei inländischen Depots kostenfrei, bei ausländischen Papieren kann es aber Gebühren geben.
  • Verwahrung ausländischer Wertpapiere: Einzelne Anbieter berechnen hierfür Zusatzentgelte.
  • Ausschüttungen: Bei ausländischen Dividenden können Gebühren für die Bearbeitung oder Rückforderung von Quellensteuer entstehen.
  • Kontoführung: Manche Depots sind an ein Verrechnungskonto gebunden, das nur bei Mindestaktivität kostenlos bleibt.
  • Papierpost: Postversand von Abrechnungen kostet häufig extra.
  • Inaktivität: Wenige Anbieter verlangen Gebühren, wenn längere Zeit nicht gehandelt wird.

Unser Tipp: Lade dir vor der Eröffnung das vollständige Preis- und Leistungsverzeichnis herunter. Ein seriöser Online Broker veröffentlicht es transparent auf seiner Website. Wenn du Gebühren erst nach langem Suchen findest oder sie nur vage beschrieben sind, ist das ein Warnsignal.

Neobroker, Direktbank oder Filialbank: Welches Modell passt zu dir?

Der Markt lässt sich grob in drei Kategorien unterteilen. Jede hat Stärken und Schwächen – es gibt keine Kategorie, die für jeden die beste ist. Entscheidend ist, wie du investieren möchtest.

Neobroker

Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder finanzen.net zero sind „App-first“-Anbieter. Sie bieten sehr niedrige Gebühren, eine moderne Oberfläche und eine schnelle Kontoeröffnung per Videoident oder Online-Ausweisverfahren. Dafür ist das Angebot an Handelsplätzen oft eingeschränkt: Häufig steht nur ein Handelsplatz zur Verfügung, teilweise ergänzt um Xetra gegen Aufpreis. Kundenservice läuft meist per Chat oder E-Mail. Für ETF-Sparer und Gelegenheitsanleger sind Neobroker oft die günstigste Wahl.

Direktbanken und klassische Online-Broker

Anbieter wie ING, comdirect, Consorsbank oder die DKB kombinieren Girokonto, Tagesgeld, Festgeld und Depot unter einem Dach. Die Ordergebühren sind höher als bei Neobrokern, dafür bekommst du Zugang zu allen deutschen Börsen und vielen internationalen Handelsplätzen, eine breite Auswahl an Sparplänen, Telefonservice und oft eine jahrzehntelange Unternehmensgeschichte. Für Anlegerinnen und Anleger mit größeren Depots oder dem Wunsch nach „alles aus einer Hand“ ist das attraktiv.

Filialbanken

Sparkassen, Volksbanken und Großbanken bieten persönliche Beratung, verlangen dafür aber meist Depotgebühren und deutlich höhere Ordergebühren. Zudem ist die Beratung häufig provisionsgetrieben. Wer selbstständig investiert, zahlt hier oft für Leistungen, die er gar nicht nutzt.

Kriterium Neobroker Direktbank Filialbank
Depotgebühr meist 0 € meist 0 €, teils mit Bedingungen häufig kostenpflichtig
Ordergebühr 0–1 € pro Trade ca. 4–10 € plus Prozentanteil oft 1 % und mehr
Handelsplätze eingeschränkt sehr umfangreich umfangreich
ETF-Sparpläne sehr große Auswahl, meist kostenlos große Auswahl, viele kostenlos begrenzt, oft kostenpflichtig
Beratung keine keine bis wenig persönlich
Kundenservice Chat/E-Mail Telefon, Chat, E-Mail Filiale, Telefon
Ideal für Sparer, Einsteiger, Kostenbewusste Allrounder, größere Depots Beratungsbedürftige

Die Tabelle zeigt: Wer vor allem regelmäßig in ETFs investiert, spart mit einem Neo-Anbieter am meisten. Wer flexibel an verschiedenen Börsen handeln möchte oder ein umfassendes Bankpaket schätzt, ist bei einer Direktbank oft besser aufgehoben. Viele erfahrene Anleger kombinieren übrigens beides: ein günstiges Sparplan-Depot und ein Depot bei einer Direktbank für größere Einzeltransaktionen.

Online Broker im Überblick: Anbieter und ihre Stärken

Im Folgenden stellen wir dir einige der bekanntesten Anbieter in Deutschland vor. Die Konditionen ändern sich regelmäßig – prüfe deshalb vor der Eröffnung immer die aktuellen Bedingungen auf der jeweiligen Website. Unsere Einschätzungen beruhen auf öffentlich zugänglichen Preisverzeichnissen, Erfahrungsberichten und Bewertungen von Nutzern.

Trade Republic

Einer der Pioniere unter den Neobrokern. Pro Order zahlst du eine Fremdkostenpauschale von einem Euro, Sparpläne auf Aktien und ETFs sind kostenlos und schon ab einem Euro möglich. Gehandelt wird hauptsächlich über die LS Exchange. Trade Republic besitzt eine eigene Banklizenz und bietet zusätzlich eine Verzinsung auf nicht investiertes Guthaben. Auch Krypto-Handel und eine Karte sind integriert. Schwächen: wenig Auswahl bei Handelsplätzen und ein Kundenservice, der in Bewertungen nicht immer gut wegkommt.

Scalable Capital

Scalable bietet ein Gratis-Modell mit Gebühr pro Trade sowie ein Flatrate-Modell, bei dem du gegen eine monatliche Gebühr ab einem bestimmten Ordervolumen ohne Ordergebühren handelst. Das macht den Anbieter für aktive Anleger interessant. Depotbank war lange die Baader Bank, inzwischen verfügt Scalable über eine eigene Wertpapierinstitutslizenz. Neben gettex ist auch Xetra verfügbar. Die Sparplanauswahl ist sehr groß.

Smartbroker+

Der Smartbroker+ ist eine Mischung aus Neobroker und klassischem Online-Broker. Ab einem bestimmten Ordervolumen handelst du über gettex ohne Ordergebühr, bei kleineren Orders fällt eine geringe Gebühr an. Daneben ist der Handel an weiteren Börsen gegen Aufpreis möglich. Die Depotführung erfolgt über die DAB BNP Paribas. Für Anleger, die eine App-Lösung mit mehr Handelsplätzen suchen, ist das eine solide Wahl.

Traders Place

Traders Place ist ein vergleichsweise kleiner Anbieter, der ebenfalls mit der Baader Bank zusammenarbeitet. Das Gebührenmodell ist einfach gehalten, Sparpläne sind günstig. Wer keine riesige Marken-App braucht und Wert auf ein schlankes Preisverzeichnis legt, sollte sich Traders Place zumindest einmal ansehen.

ING

Die ING ist eine der größten Direktbanken in Deutschland. Das Depot ist kostenlos, ETF-Sparpläne sind in großer Zahl ohne Ausführungsgebühr verfügbar. Einzelorders sind mit Grundpreis plus Prozentanteil teurer als bei Neobrokern, aber für einen Online Broker mit Vollbank-Angebot fair. Pluspunkte: Zugang zu vielen Börsen, Girokonto, Tagesgeld und Festgeld aus einer Hand sowie telefonischer Service. Gelegentlich gibt es Aktionen mit Bonus für Neukunden oder reduzierte Ordergebühren.

comdirect und Consorsbank

Beide Häuser gehören zu den traditionellen Online-Brokern in Deutschland. Sie bieten umfangreiche Handelsmöglichkeiten, professionelle Tools, Research und große Fondsauswahl. Die Standardgebühren sind höher als bei Neobrokern; dafür gibt es regelmäßig Aktionen und vergünstigte Konditionen für Direkthandel. Für aktive Trader mit Anspruch an Chartanalyse und Ordertypen ein starker Kandidat.

Baader Bank

Die Baader Bank ist vielen als Hintergrund-Bank bekannt, die für mehrere Neobroker die Depots führt. Mit einer eigenen Trading-App bietet sie inzwischen auch ein direktes Angebot für Privatkunden. Besonders interessant ist der Zugang zu verschiedenen Handelsplätzen und eine solide, regulierte Infrastruktur.

Anbieter Kategorie Ordergebühr (ca.) Sparpläne Besonderheit
Trade Republic Neobroker 1 € Fremdkosten ab 1 €, kostenlos eigene Banklizenz, Zinsen
Scalable Capital Neobroker 0,99 € oder Flatrate sehr große Auswahl Flatrate für Vieltrader
Smartbroker+ Hybrid 0 € ab Mindestvolumen große Auswahl mehrere Börsenplätze
Traders Place Neobroker günstig, pauschal günstig schlankes Preismodell
ING Direktbank 4,90 € + 0,25 % viele kostenlos Vollbank, Telefonservice
comdirect/Consorsbank Direktbank ab ca. 4–5 € + Anteil große Auswahl Research und Tools

Die Angaben in unserem Überblick sind gerundet und dienen der Orientierung. Gebühren der Börsenplätze, Fremdwährungskosten und Spreads kommen je nach Anbieter hinzu.

Handelsplätze, Spread und Ordertypen: Worauf es beim Trading ankommt

Viele Einsteiger achten ausschließlich auf die Ordergebühr. Dabei beeinflussen Handelsplatz, Spread und Ordertyp den Preis, den du tatsächlich zahlst, mindestens genauso stark.

Börse oder außerbörslicher Handel?

Xetra ist der elektronische Handelsplatz der Deutschen Börse und gilt als Referenz für Liquidität und faire Kurse. Allerdings fallen hier Börsenentgelte an, und gehandelt wird nur zu den regulären Handelszeiten. Außerbörsliche Handelsplätze wie gettex, Tradegate oder die LS Exchange bieten lange Handelszeiten – teilweise bis 22 oder 23 Uhr – und verzichten meist auf zusätzliche Entgelte. Die Kurse orientieren sich an den Referenzbörsen; bei sehr liquiden Wertpapieren sind die Unterschiede gering.

Wichtig: Außerhalb der Xetra-Handelszeiten weiten sich die Spreads oft aus, weil es an Referenzkursen fehlt. Wer abends oder am Wochenende handelt, zahlt dadurch häufig mehr, als er denkt.

So kannst du den Spread prüfen

Bevor du eine Order abschickst, solltest du dir den Geld- und Briefkurs anzeigen lassen. Die meisten Apps zeigen beides an. Liegt die Differenz bei einem großen ETF bei wenigen Cent, ist alles im grünen Bereich. Bei einem Nebenwert kann der Spread aber auch ein bis zwei Prozent betragen – dann ist eine Limit-Order sinnvoll.

Die wichtigsten Ordertypen

  • Market-Order (Bestens/Billigst): Wird sofort zum nächstbesten Kurs ausgeführt. Schnell, aber bei illiquiden Werten riskant.
  • Limit-Order: Du legst einen Höchstpreis (beim Kauf) oder Mindestpreis (beim Verkauf) fest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn dieser Kurs erreicht wird. Für die meisten Privatanleger der empfehlenswerte Standard.
  • Stop-Loss-Order: Verkauft automatisch, wenn ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Dient der Absicherung gegen größere Verluste.
  • Stop-Limit: Kombination aus Stop und Limit, um eine Ausführung zu deutlich schlechteren Kursen zu vermeiden.
  • Trailing Stop: Der Stop-Kurs zieht automatisch mit steigenden Kursen nach. Nicht bei jedem Anbieter verfügbar.

Ein guter Online Broker bietet zumindest Limit- und Stop-Orders an. Wer aktiv handeln möchte, sollte zusätzlich auf Trailing Stops, OCO-Orders (One Cancels Other) und eine stabile App achten, die auch in volatilen Phasen nicht ausfällt.

ETFs, Sparplan, Krypto & Co.: Das Produktangebot prüfen

Nicht jeder Anbieter bietet alle Anlageklassen. Überlege dir vorab, welche Produkte du heute und in einigen Jahren nutzen möchtest, damit du nicht nach kurzer Zeit wechseln musst.

ETF- und Aktiensparpläne

Der Sparplan ist für viele der Einstieg ins Investieren. Achte auf die Anzahl verfügbarer ETFs, die Mindestsparrate, die Ausführungstermine und darauf, ob Bruchstücke möglich sind. Flexible Intervalle – monatlich, zweimonatlich, quartalsweise – sind ein Plus. Einige Anbieter erlauben sogar die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen, was den Zinseszinseffekt bei ausschüttenden ETFs verstärkt. Alternativ wählst du thesaurierende ETFs, die Erträge automatisch reinvestieren.

Geldmarktfonds und Zinsprodukte

Seit der Zinswende sind Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs wieder gefragt. Sie investieren in sehr kurzlaufende Anleihen und Einlagen und bilden die kurzfristigen Zinsen nach. Damit sind sie eine Alternative zu Tagesgeld oder Festgeld, allerdings ohne gesetzliche Einlagensicherung, dafür als Sondervermögen geschützt. Wer einen Teil seines Geldes parken möchte, sollte prüfen, ob der Broker solche Produkte als Sparplan anbietet. Direktbanken wie die ING bieten zudem eigene Tagesgeld- und Festgeldkonten an.

Krypto

Immer mehr Broker ermöglichen den Kauf von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen. Dabei gibt es zwei Varianten: den direkten Kauf echter Coins oder Krypto-ETPs, also börsengehandelte Wertpapiere, die den Kurs abbilden. Beim direkten Kauf ist entscheidend, ob du die Coins auf eine eigene Wallet übertragen kannst – das ist längst nicht überall möglich. Manche Neobroker kooperieren mit spezialisierten Plattformen wie Bitpanda. Wer intensiv mit Kryptowährungen handeln möchte, ist bei einem spezialisierten, regulierten Anbieter oft besser aufgehoben. Beachte: Krypto ist sehr volatil und eignet sich höchstens als kleine Beimischung.

Derivate und CFDs

Optionsscheine, Knock-out-Zertifikate und CFDs werden gern in Broker-Apps beworben. Diese Produkte sind gehebelt und extrem riskant. Laut Pflichthinweisen der Anbieter verlieren die meisten Privatanleger mit CFDs Geld. Wenn du dich für solche Instrumente interessierst, solltest du sie wirklich verstehen und nur Kapital einsetzen, dessen Verlust du verkraften kannst. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind sie nicht geeignet.

Anleihen, Fonds und internationale Börsen

Wer Einzelanleihen, aktiv gemanagte Fonds oder Aktien direkt an US-Börsen kaufen möchte, stößt bei manchen Neobrokern an Grenzen. Direktbanken bieten hier meist mehr. Prüfe auch, ob Fonds über die Kapitalanlagegesellschaft mit Ausgabeaufschlag-Rabatt gekauft werden können – das spart bei aktiven Fonds viel Geld.

Schritt für Schritt zum passenden Depot

Mit dem bisherigen Wissen kannst du nun gezielt vergleichen. Die folgenden Schritte helfen dir, systematisch den richtigen Anbieter zu finden, statt dich von Werbung oder einem Bonus leiten zu lassen.

Schritt 1: Dein Anlageverhalten definieren

Notiere, wie du investieren möchtest: Wie hoch ist deine monatliche Sparrate? Wie viele Einzelorders planst du pro Jahr? Wie groß sind die Beträge? Möchtest du nur ETFs, auch Einzelaktien oder zusätzlich Krypto? Ein Sparer mit 100 Euro im Monat hat völlig andere Anforderungen als jemand, der wöchentlich Aktien im Wert von mehreren tausend Euro handelt.

Schritt 2: Jahreskosten realistisch durchrechnen

Erstelle eine einfache Rechnung: Anzahl Orders mal Ordergebühr plus Börsenentgelte plus eventuelle Sparplan- oder Fremdwährungskosten. Bei zwölf Einzelorders à 2.000 Euro sieht das Ergebnis bei einem Neobroker völlig anders aus als bei einer Direktbank. Erst diese Gesamtrechnung zeigt, welcher Online Broker für dich tatsächlich am günstigsten ist.

Schritt 3: Sicherheit und Regulierung prüfen

Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören dir, nicht dem Broker. Bei einer Insolvenz des Anbieters bleiben sie geschützt. Anders sieht es beim Guthaben auf dem Verrechnungskonto aus: Hier greift die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Prüfe, bei welcher Bank dein Geld liegt und in welchem Land sie reguliert ist. Ein in Deutschland zugelassener Anbieter untersteht der BaFin. Bei ausländischen Brokern solltest du die Einlagensicherung und die Steuerabwicklung genau ansehen.

Schritt 4: Steuerliche Abwicklung beachten

Deutsche Broker führen die Abgeltungsteuer automatisch ab und berücksichtigen deinen Freistellungsauftrag. Bei ausländischen Anbietern musst du Kapitalerträge häufig selbst in der Steuererklärung angeben. Das ist kein K.-o.-Kriterium, bedeutet aber mehr Aufwand. Achte darauf, dass du nach der Eröffnung sofort einen Freistellungsauftrag stellst – aktuell bis zu 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für Verheiratete.

Schritt 5: App und Service testen

Schau dir Screenshots, Demo-Videos und Nutzerbewertungen in den App-Stores an. Wie übersichtlich ist die Oberfläche? Lassen sich Kurse, Charts und Orderbuch einfach anzeigen? Gibt es eine Desktop-Version? Wie erreichst du den Service im Notfall? Gerade wenn etwas schiefläuft – etwa bei einer fehlerhaften Abrechnung – ist ein erreichbarer Kundenservice Gold wert.

Schritt 6: Bonus und Aktionen richtig einordnen

Viele Anbieter locken mit einem Bonus für Neukunden, Gratisaktien oder Prämien für einen Depotübertrag. Das ist ein netter Zusatz, sollte aber nie das Hauptkriterium sein. Lies die Bedingungen: Oft musst du eine Mindestanzahl an Trades oder ein bestimmtes Volumen erreichen, und das Depot muss einige Monate bestehen bleiben. Ein dauerhaft günstiges Preismodell bringt dir langfristig mehr als eine einmalige Prämie.

Schritt 7: Eröffnen und Depot übertragen

Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten: Persönliche Daten eingeben, Fragen zu deiner Anlageerfahrung beantworten, Identität per Video- oder Online-Ausweis bestätigen. Danach kannst du Geld überweisen und loslegen. Wenn du bereits ein Depot besitzt, kannst du deine Wertpapiere kostenlos übertragen lassen. Wichtig: Beim Übertrag müssen die Anschaffungskosten mitgeliefert werden, damit die Steuer korrekt berechnet wird. Prüfe nach dem Übertrag, ob die Kaufkurse richtig angezeigt werden.

Fazit: Das richtige Depot ist eine persönliche Entscheidung

Den einen besten Anbieter für alle gibt es nicht. Für ETF-Sparer mit kleinen Beträgen ist ein Neobroker mit kostenlosen Sparplänen meist ideal. Wer gelegentlich größere Summen bewegt und viele Handelsplätze nutzen möchte, fährt mit einem hybriden Modell oder einer Direktbank oft besser. Aktive Trader profitieren von Flatrate-Modellen und professionellen Ordertypen. Unabhängig davon gilt: Ein guter Online Broker ist transparent bei den Gebühren, gut reguliert und bietet dir die Produkte, die du tatsächlich nutzt. Nimm dir die Zeit für einen ehrlichen Vergleich – über Jahre gesehen können die Kostenunterschiede mehrere tausend Euro ausmachen. Und denk daran: Du darfst auch mehrere Depots führen, wenn verschiedene Anbieter unterschiedliche Stärken haben.

Petra Müller-Hoffmann

Lizenzierungs- und Sicherheitsauditorin

Petra prüft als unabhängige Auditorin Lizenzen, Datenschutz und Sicherheitsstandards von Online-Anbietern. Mit ihrem Wissen über internationale Regulierung erkennt sie schnell, ob eine Plattform die gesetzlichen Vorgaben erfüllt – und schützt Nutzer so vor unseriösen Angeboten.

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Was Anleger uns am häufigsten fragen

Ist ein kostenloses Depot bei einem Online Broker wirklich gratis?

Die Depotführung selbst ist bei den meisten Anbietern kostenlos. Kosten entstehen aber durch Ordergebühren, Börsenentgelte, Spreads, Fremdwährungsgebühren oder Zusatzleistungen wie Papierpost. Ein Blick ins Preis- und Leistungsverzeichnis zeigt, welche Gebühren bei deinem Anlageverhalten tatsächlich anfallen. Für reine ETF-Sparer ist ein Depot bei vielen Anbietern nahezu vollständig kostenfrei.

Wie sicher ist mein Geld bei einem Online Broker?

Wertpapiere gelten als Sondervermögen und bleiben auch bei einer Insolvenz des Brokers dein Eigentum. Bargeld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Achte darauf, dass der Anbieter von der BaFin oder einer vergleichbaren europäischen Aufsicht reguliert wird und prüfe, bei welcher Partnerbank das Guthaben verwahrt wird.

Was ist der Unterschied zwischen einem Neobroker und einer Direktbank?

Neobroker sind auf die App ausgerichtet, sehr günstig und bieten meist wenige Handelsplätze sowie Service per Chat. Direktbanken verlangen höhere Ordergebühren, bieten dafür aber Zugang zu zahlreichen Börsen, telefonischen Service und weitere Bankprodukte wie Girokonto, Tagesgeld oder Festgeld. Welches Modell besser ist, hängt von deinem Anlageverhalten ab.

Kann ich mehrere Depots bei verschiedenen Anbietern haben?

Ja, das ist problemlos möglich und wird von vielen Anlegern genutzt, etwa ein günstiges Depot für Sparpläne und ein zweites für größere Einzelorders. Wichtig ist, dass du deinen Freistellungsauftrag sinnvoll auf die Depots verteilst. Insgesamt darf er 1.000 Euro für Alleinstehende bzw. 2.000 Euro für Verheiratete nicht überschreiten.

Sollte ich über Xetra oder gettex handeln?

Xetra bietet hohe Liquidität und gilt als Referenz für faire Kurse, kostet aber meist zusätzliche Börsenentgelte. Gettex und andere außerbörsliche Handelsplätze sind oft günstiger und bieten längere Handelszeiten. Bei liquiden Aktien und großen ETFs während der regulären Börsenzeiten sind die Kursunterschiede gering. Bei kleinen Werten oder abends empfiehlt sich in jedem Fall eine Limit-Order.

Lohnt sich der Wechsel zu einem günstigeren Broker?

In vielen Fällen ja – vor allem, wenn du bisher Depotgebühren zahlst oder bei einer Filialbank hohe Ordergebühren hast. Der Depotübertrag zwischen inländischen Anbietern ist kostenlos, und einige Broker bieten sogar eine Prämie für den Wechsel. Achte darauf, dass die Anschaffungsdaten korrekt übertragen werden, und vergleiche vorher die Jahreskosten auf Basis deines tatsächlichen Anlageverhaltens.

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